Acrylglas saegen, schneiden, bohren und polieren.

Aug182015

Acrylglas-Platten kann man schneiden, sägen, bohren, kleben, bedrucken, bemalen und verformen.

Acrylglas Sägen

PMMA XT Platten lassen sich gut mit Stich-, Kreis- und Bandsägen sägen. Am besten eignen sich handelsübliche Werkzeuge für Metallverarbeitung. Das Sägeblatt soll neu oder sehr gut geschärft sein.

Für die Stichsäge wählen Sie handelsübliche für Acrylglas geeignete Sägeblätter. Die Platte sollte fest fixiert sein, damit kein Vibrieren beim Sägen entstehen kann. Der Sägeschuh sollte fest aufgedrückt und mit hoher Geschwindigkeit gesägt werden.

Der Freiwinkel von der Kreissäge sollte 15-20° betragen. Spanwinkel- 0-5°, Zahnteilung 10-20 mm, die Schnittgeschwindigkeit sollte zwischen 3000 - 4500 m/min sein.

Bei der Verarbeitung mit einer Bandsäge sollte der Freiwinkel bei 30-40°, Spanwinkel bei 0-8° Zahnteilung bei 3-8 mm, Schnittgeschwindigkeit 1000-3000 m/min liegen.

Beim Anzeichnen der Schnittkanten und dem Schnitt sollte der Ausdehnungsspielraum von 3 mm / Meter einbezogen werden. Dass heißt immer 3 mm weniger als das gewünschte Maß.

Um einen sauberen Schnitt zu erzielen, muss das Kreissägeblatt gerade über die Acrylglasplatte hinausragen und die Platte selbst gut gesichert bzw. befestigt sein.

Acrylglas PMMA XT mit Messer schneiden

Um Acrylglas für Bilderrahmen zu schneiden benötigen Sie:

  • feste, saubere MDF Unterlage
  • Lineal
  • Glaserwinkel
  • Acrylglasmesser oder einfacher Cutter
  • Gummierte Handschuhe (z. B für Fliesenlegen)

Legen Sie die Acrylplatte mit Schutzfolien auf eine saubere MDF-Unterlage, die etwas größer, vor allem breiter als die zu schneidende Acrylplatte ist. Markieren Sie den Schnitt, legen Sie den Glaserwinkel auf die Scheibe und halten Sie diese fest, damit diese beim Schneiden nicht abrutscht. Machen Sie drei bis vier kräftige Schnitte entlang der Winkel. Drehen Sie die Scheibe um und machen sie das Gleiche auf der Rückseite. Normalerweise kann man die Schnitte schon sehen. Legen Sie die Platte mit dem Schnitt genau auf die Tischkante, oben drauf die MDF-Platte, damit der Schnitt besonders bei größeren Formaten schön glatt bleibt und drücken Sie die Platte mit beiden Händen kräftig nach unten oder nach oben. Fertig. Die Kanten kann man zusätzlich mit dem Schleifpapier 60 K nachbessern.

Empfehlung: Da sich Acrylglas mit der Zeit dehnt, empfehlen wir Ihnen die Acrylglasscheibe etwas um 3 mm von allen Seiten kleiner zu schneiden. Zum Beispiel für einen Bilderrahmen 30x30 cm wird 29,7 x 29,7 cm geschnitten. Außerdem zwischen Rahmen und Rückwand/Verglasung sollte etwas Platz für Luftzirkulation sein.

Die beidseitigen Schutzfolien werden erst nach dem Schneiden, also direkt vor dem Einrahmen abgezogen.

Polystyrol schneidet sich sehr leicht: 1 kräftiger Schnitt von der vorderen Seite und von der Rückseite und schon lässt sich die Scheibe teilen.

Bohren

Acrylglasplatten lassen sich mit Bohrern für Metall sehr gut verarbeiten. Beim Bohren dünner Scheiben kann es passieren, dass die Acrylscheibe beschädigt wird, „ausbricht“. Um dies zu vermeiden, sollte die Platte zusammen mit einer festen Unterlage wie MDF gespannt sein. Wenn die Acrylplatte mehr als 5 mm dick ist,  wird Bohröl zur Abkühlung benutzt. Beim Bohren sollten folgende Werte beachtet werden:

Freiwinkel: 3-8°

Drallwinkel: 12-16°

Spitzewinkel: 60-90°

Spanwinkel: 0-4°

Schnittgeschwindigkeit: 25-80 m/ min

 

Polieren

Zum Beispiel für rahmenlose Bilderhalter ist es empfehlenswert die Kanten nachzubearbeiten, in dem man diese mit Schleifpapier – Körnung 60 bis 150 und anschließend mit Körnung 150 bis 400 -  feinschleift.

Um glasklare Kanten zu erzielen, wird ein Flammenpoliergerät benutzt. Mit der Flammentemperatur von 250°C werden die Kanten gleichmäßig und vorsichtig leicht angeschmolzen.

Nun, wir haben Ihnen verschiedene Verglasungsarten vorgestellt. Entscheiden sollen Sie selbst, welche Gläser für Ihre Bilderrahmen die besten sind.


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